rezensionen (viii)

downloading nancy (usa 2007)nancy rezensionen (viii)

dieser film ist verstörend. trostlos. und das bis ins letzte. nancy lebt seit 15 jahren mit albert in einer ehe ohne jegliche wärme. und nachdem albert selbst deutlichste warnzeichen wie zerritzte arme ignoriert, zerbricht nancy nach und nach daran. nur physische schmerzen bringen ihr noch befriedigung, und was für den zuschauer zunächst noch nach einem borderline-syndrom aussieht, entpuppt sich als weit jenseits davon. einzig ihr sm-partner louis, den sie über das internet kennenlernt, bringt verständnis für ihre wünsche auf. und das bis zum finale, einer mischung aus erlösung, liebe und dennoch völliger trostlosigkeit.

auch wenn der trailer den eindruck vielleicht nicht vermittelt: regisseur johan renck hat ein werk von absoluter kompromisslosigkeit geschaffen. eine seelenlose, morbide komposition von bildern und tönen, die einem beim zuschauen die lebenslust aus dem körper saugt. farbloser als schwarz-weiss-filme, völlig steril und selbst in momenten von gezeigter liebe absolut hoffnungslos. dazu muss man renck gratulieren, denn “downloading nancy” ist genau deswegen absolut brillant. ganz große kunst und doch ein film, den man sicher kein zweites mal sehen will. ein film so niederschmetternd, dass man danach bei aller anerkennung nicht mal die begeisterung für die höchstwertung aufbringen kann. (9/10)

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