rezensionen (xv)
“kafka am strand” von haruki murakami

murakami. damit ist das wesentliche über den “kafka am strand” gesagt. auch diesen roman hat er in seiner ganz spezifischen form des magischen realismus gestaltet und er erzeugt wie so viele seiner anderen bücher einen echten sog. gekonnt changiert er wieder zwischen realistischen und mystischen passagen wie auch verschiedenen handlungssträngen, die erst spät zusammen geführt werden. kranke brutalität (die nebenbei gesagt das niveau der häutungsszene aus “mister aufziehvogel” glatt erreicht) steht neben großer zärtlichkeit. mit seinem großen facettenreichtum passt sich “kafka am strand” somit wunderbar Œuvre des japaners ein.
im zentrum steht diesmal der fünfzehnjährige kafka tamura, der beschließt aus seinem tokioter zuhause auszureißen. mit auf den weg nehmen muss er eine ödipale prophezeiung seines vaters, nach der er seinen vater umbringen und sowohl mit seiner mutter und der älteren schwester schlafen wird. die beiden haben ihn und seinen vater früh verlassen, weswegen er sich sie kaum erinnern kann. seine reise führt ihn schließlich in die komura-gedächtnisbibliothek, wo er u.a. auf die 50jährige saeki trifft, in der er bald seine mutter zu erkennen glaubt. schließlich erwacht er blutüberströmt in einem gebüsch auf – ohne erinnerung daran, was geschehen ist. und er muss erfahren, dass sein vater zeitgleich ermordet wurde.
in einem zweiten handlungsstrang wird über den behinderten nakata berichtet, der durch ein mystisches ereignis wesentliche geistige fähigkeiten verloren, dafür aber auch andere gewonnen hat. er verdient etwas geld mit der suche nach verschwundenen katzen und tötet schließlich den katzenmörder johnny walker. daraufhin begibt sich auch nakata auf die reise und landet in der selben stadt wie kafka. während sich für diesen teile seiner prophezeiung erfüllen, sucht nakata den gemeimnisvollen eingangsstein, um ein tor in einer andere welt zu öffnen und verschiedene dinge zu richten… letztlich verweben sich beide handlungsstränge zusehens ineinander, auch wenn es keine umfassende “auflösung” gibt. diese ist wieder einmal dem oder der lesenden überlassen. was wieder einmal kein manko ist. (8/10)





